Licht des Winters

Vom Herbst zum Winter verändert sich das Licht. Die Sonne steht tiefer am Himmel und die wärmenden Sonnenstrahlen sind im Winter - bedingt durch die Stellung der Erde zur Sonne - schwächer.
Und genau das macht es so besonders: das Licht des Winters.

An manchen Tagen durchflutet die Sonne den Winterwald und entfaltet ihr Strahlen an kühlen Wintertagen.

Oftmals ist sie gar nicht zu sehen, wenn Nebel sich wabernd über Felder und Wälder legt.

Wenn sich viele Tage mit wenig Licht häufen und wir uns auch vermehrt in Innenräumen aufhalten, dann schlägt dies den Menschen „aufs Gemüt“. Sie werden melancholisch, manchmal auch traurig. Andere fühlen sich müde, schlapp und antriebslos. Dieser „Winterblues“ wird saisonal abhängige Depression (SAD) genannt (hinzu kommen weitere Symptome). In Deutschland leidet jeder Vierte unter dem Lichtmangel.

Mit Hilfe der Lichttherapie lassen sich die besten Behandlungsergebnisse von SAD erzielen.  In Skandinavien, wo die Auswirkungen noch gravierender sind, werden daher teilweise an Bushaltestellen Speziallampen eingesetzt, die die dort wartenden Menschen mit mehr Licht versorgen. Diese Tageslichtlampen mit bis zu 10.000 Lux wirken saisonalen Depressionen entgegen. Neben der Lux-Zahl kommt es auch auf die spektrale Zusammensetzung des Lichts an (vollspektrales Licht).

Eine Lichtdusche sollte am Morgen getätigt werden, weil sie am Abend die Produktion des Schlafhormons beeinträchtigt und zu Schlafschwierigkeiten führen könnte.

Aber neben der Lampe können Sie auch die hellen Wintertage folgendermaßen nutzen: Deutlich einfacher ist es, tägliche Spaziergänge einzuplanen – am besten zwischen acht und zwölf Uhr. Denn selbst bei bedecktem Himmel kommen Sie auf Werte um die 3.000 Lux. Das Licht ist besonders faszinierend, wenn es auf Schnee trifft. Diese Helligkeit des reflektierten Lichts durchflutet unseren Körper und Glücksgefühle stellen sich ein.

Die Bedeutung des Lichts wird besonders in den nordischen Ländern deutlich, v. a. beim traditionellen Luciafest zur Zeit der Wintersonnenwende. Es findet am 13. Dezember, dem Gedenktag der Heiligen Lucia, statt.

Das Luciafest bringt Licht und Wärme in die kalte und dunkle Jahreszeit. Die Straßen leuchten auf, die Luft ist voller Musik dem Duft von Safrangebäck. Kerzen werden angezündet. Die Feiern betonen die Bedeutung des Lichts in der Winterzeit. Gemeinsame Lieder und Tänze schaffen Freude und Zusammengehörigkeit. Vielleicht haben Sie nun auch Lust, sich ein wenig vom Fest des Lichtes ins Haus zu holen, indem Sie sich Kerzen anzünden und bewusst diese längste Nacht des Jahres zelebrieren.

Oder Sie besuchen eines der zahlreichen Lichterfeste in Deutschland: die Lichterstadt in Eutin, das Lichtfestival in Hodenhagen, das Winterleuchten in Erfurt oder den Christmas Garden an mehreren Standorten in Deutschland.  Neben der atmosphärischen Beleuchtung und den Lichtobjekten werden häufig auch kulinarische Genüsse angeboten – für alle Sinne. Die Termine der Lichterfeste sind im Netz einsehbar, so dass Sie frühzeitig eine Ersatzpflegekraft verbindlich einplanen können.

Viel Freude beim Genießen des Lichts des Winters wünscht Ihnen,

Anita Drodofsky, Dipl. Psychologin
und das gesamte Redaktionsteam der Unfallkasse NRW.


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